RapidRAW als Alternative zu Adobe Lightroom?

Für viele Fotografen ist Adobe Lightroom nach wie vor das Maß der Dinge, wenn es um die Bearbeitung von RAW-Dateien geht – und das nicht ohne Grund. Das Programm ist extrem leistungsfähig und deckt nahezu alle Anforderungen ab, die man als ambitionierter Fotograf hat.
Doch was tun, wenn man Linux nutzt und RAW-Dateien bearbeiten möchte?
Genau hier wird es interessant, denn mit RapidRAW gibt es ein vergleichsweise neues Tool, das (auch) unter Linux läuft.
Lightroom und Linux – ein ungelöstes Problem
Aktuell gibt es keine Möglichkeit, Lightroom Classic nativ unter Linux zu nutzen. Zwar kann die Cloud-Version von Lightroom im Browser verwendet werden, doch diese ist mit deutlichen Einschränkungen verbunden und daher nur bedingt geeignet.
Aus diesem Grund halte ich regelmäßig Ausschau nach stabilen Linux-Alternativen, die sich auch im fotografischen Alltag bewähren.
Bisherige Alternativen: Darktable und RawTherapee
In der Vergangenheit habe ich unter anderem Darktable und RawTherapee ausprobiert. Beide Programme sind ohne Frage leistungsfähig und bieten eine enorme Funktionsvielfalt. Trotzdem haben sie mich bislang (noch) nicht vollständig überzeugt. Möglicherweise lag es auch an den sehr umfangreichen Oberflächen – gerade als Umsteiger kann die Vielzahl an Optionen schnell überfordern.
Warum suche ich überhaupt Alternativen zu Lightroom?
Ich bin ehrlich:
Auch ich nutze Lightroom – und das sehr gerne.
Dennoch gibt es drei Punkte, die mich zunehmend stören:
- Das Abo-Modell ist nicht gerade ein Schnäppchen - insbesondere für Hobbyfotografen, die mit ihrer Fotografie kein Geld verdienen.
- Da es keine Linux-Version gibt, musste ich eine verstaubte und ungenutzte Windows-Lizenz aus dem Schrank kramen und auf einer zweiten Festplatte Windows installieren (was hin und wieder auch zu Problemen führt).
Somit muss ich - nur wegen Lightroom - regelmäßig mein Linux-System runterfahren, Windows starten, meine Bildbearbeitungen machen und dann wieder zu Linux wechseln. Das ist alles andere als komfortabel. - Der Lock-In-Effekt schlägt voll durch: Wer einmal im Lightroom-Ökosystem angekommen ist, findet nur schwer wieder den Weg raus und ist meist nicht offen für alternative Software.
RapidRAW - eine interessante Alternative?
RapidRAW ist ein relativ junger RAW-Bildeditor. Unter Linux kann er mittlerweile bequem als Flatpak installiert werden.
Wer schon mal ein Bildbearbeitungsprogramm bedient hat, wird sich in diesem Programm schnell zurechtfinden. Besonders Umsteiger von Lightroom werden den grundsätzlichen Aufbau der Oberfläche wiedererkennen. Alles wirkt aufgeräumt, übersichtlich und nicht überladen.

Nicht-destruktiver Workflow und Open Source
Wie bei professionellen RAW-Editoren üblich, arbeitet RapidRAW nicht-destruktiv, d.h. die Original-Dateien (RAW, aber auch JPEG) bleiben unverändert. Alle Anpassungen werden in separaten Dateien ("Sidecar-Dateien") gespeichert.
Wichtig zu wissen:
Das Programm befindet sich aktuell noch in der Entwicklung. Die Entwickler weisen selbst darauf hin, dass es noch nicht so ausgereift ist, wie beispielsweise Darktable oder RawTherapee.
Ein großer Pluspunkt:
RapidRAW ist so lizenziert, dass es dauerhaft Open Source und kostenlos bleiben wird. Zudem ist es nicht auf Linux beschränkt, sondern läuft auch unter macOS und Windows.
Fazit:
Ich finde, das Programm ist einen Blick wert. RapidRAW ist für mich ein spannendes Projekt, vor allem für schnelle und unkomplizierte RAW-Bearbeitungen unter Linux.
Hier gehts zur Webseite:
https://www.getrapidraw.com